Schulkonzept

1. Unsere Schule stellt sich vor
2. Pädagogische Zielvorstellungen (Auszüge aus dem Schulprogramm)
2.1 Unser Leitsatz – und was wir damit verbinden
2.2 Öffnung der Schule
2.3 Schulleben
2.4 Gestaltung des Schulhofs
2.5 Kollegiale Zusammenarbeit
2.6 Gestaltung des Unterrichts

1. Unsere Schule stellt sich vor

Unsere Schule besuchen ca. 270 Schüler und Schülerinnen. Die Jahrgangsstufen sind dreizügig und eine Vorklasse ist angegliedert. Neben der Kernstadt kommen die Kinder aus den Ortsteilen Lißberg, Eckartsborn, Wippenbach, Selters, Gelnhaar, Usenborn und Bergheim.
Die Klassenräume sind auf zwei Gebäude verteilt, die auf einem großräumigen Gelände liegen, das zum Spielen und Bewegen einlädt. Zur Zeit wird in einer Klasse „Gemeinsamer Unterricht“ durchgeführt, das heißt, Kinder mit besonderen Lernschwierigkeiten lernen mit anderen Kindern zusammen. Kinder mit Sprachproblemen können zudem Sprachheilunterricht in Anspruch nehmen.
2003 wurden mit Hilfe des Wetteraukreises zwei Betreuungsräume renoviert und ausgestattet. Hier besteht nun die Möglichkeit, Kinder außerhalb ihrer Unterrichtszeit von 7:00 bis 17:00 Uhr betreuen zu lassen. Die Einrichtung wird von dem Förderverein unserer Schule organisiert.
Seit Januar 2004 nutzen wir einen komplett neu ausgestatteten Computerraum mit acht Geräten, die auch Internetanschluss besitzen. Außerdem stehen in vielen Klassenräumen weitere Computer zur Verfügung.
Unsere Schule bietet das ganze Jahr über zahlreiche sportliche Aktivitäten an. Dazu gehören das Sport- und Spielfest, mit der Möglichkeit an den Bundesjugendspielen teil zu nehmen, die Beteiligung an Schulmeisterschaften (Fußball und Leichtathletik), das Tischtennis- Miniturnier, Schwimmbadbesuche, alle vier Jahre eine „Olympiade“ und den Sponsorenlauf.
Bislang konnten wir zwei zusätzliche AG- Stunden für die 2. bis 4. Klassen anbieten, in die sich die Kinder nach Interessen einwählen können. Schwerpunkt hierbei bilden die musischen Bereiche. Es besteht sogar die Möglichkeit Trommeln auf afrikanischen Djemben zu erlernen oder köstliche Speisen zu kochen, wofür eine komplett ausgestattete Schulküche zur Verfügung steht.
Jedes Jahr findet eine Projektwoche statt, in der sich die Kinder in altersgemischten Gruppen mit einem bestimmten Thema intensiv befassen. Im Anschluss daran findet in der Regel die Präsentation in Form eines Schulfestes statt.
Die alljährliche Schmökerwoche im November/Dezember regt die Kinder an, sich ausgiebig mit Literatur und Schriftstellern bzw. Schriftstellerinnen zu befassen. Diese „Lesewoche“ endet am Samstag mit einem Schmökernachmittag, an dem Ergebnisse präsentiert werden und wiederum ein Schulfest mit vielerlei Angeboten stattfindet.
Die Zusammenarbeit mit unserer Partnerschule „von Berckholtz- Schule“ aus Ortenberg/Baden wurde in den letzten beiden Jahren intensiviert. Neben Klassenfahrten in die Partnergemeinde, wie auch nach Roßla, besuchen sich die vierten Klassen gegenseitig und verbringen jeweils einen Tag und eine Lesenacht gemeinsam.
Regelmäßig finden Theateraufführungen und Theaterbesuche statt. Besonders zu erwähnen sind hierbei die Vorstellungen der Theaterwerkstatt Osnabrück zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch.

2. Pädagogische Zielvorstellungen (Auszüge aus dem Schulprogramm)

2.1 Unser Leitsatz – und was wir damit verbinden

Wir wollen weiterbauen an unserem Haus,
in dem sich alle wohl fühlen,
mit offenen Türen und Fenstern zum Rein- und Rausschauen.

wir

Kollegium, Schulleitung, Eltern, Kinder, Personal

wollen

Unsere Motivation am Prozess teilzunehmen -
wird bestimmt durch Faktoren wie Chancen, Sinn den wir darin sehen, Grenzen, Energie, Lebensalter, Belastung, die unsere Motivation entsprechend beeinflussen...

weiterbauen

Bewährtes als Fundament behalten, Überholtes abreißen und mit neuen Inhalten füllen, bereits Initiiertes fertig bauen, und immer wieder überprüfen, ob der Bau unseren Anforderungen entspricht (Evaluation)

an unserem Haus

Architektonisch: Gestaltung Schulgebäude und Klassenräume, Kellerräume im alten Schulgebäude, Sitzgelegenheiten hinten am Hang und Überdachung für Theateraufführungen und Pausen, Möglichkeiten für Regenpausen, Sporthalle
Strukturell: Erweitertes Materialangebot für Freiarbeit, Differenzierung aber auch für Sportgeräte, verlängerte Grundschulzeit (5. und 6. Schuljahr), Ganztagsschule und verlässliche Halbtagsschule, Durchlässigkeit zwischen einzelnen Klassenstufen, Integration, Gleitzeit/ Arbeitszeiten für Schüler und Lehrer, offener Anfang
Pädagogisch: AGs, Projektwochen und Projektunterricht, Werkstattunterricht, offener Unterricht, Wochenplan und Tagesplan, Schmökerwoche mit Büchernachmittag, Olympiawoche, Sport- und Spielfest, Förderkurse ausbauen, Fundamente in Deutsch und Mathe verstärken, Kurse für ausländische Kinder, Patenschaften für Integrationskinder, Kleingruppen und Doppelbesetzung, Klassenfrühstück, Morgenkreis, Schwimmunterricht

alle

Hier sind natürlich alle wie unter „wir“ gemeint. Besonderes Augenmerk sollte aber auf Integrationskindern, Kindern mit Wahrnehmungsstörungen, Hochbegabten, aber auch ReferendarInnen und PraktikantInnen liegen.

wohl fühlen

Hier sind alle willkommen und werden in ihrer Individualität, auch mit vermeintlichen Fehlern und Schwächen, angenommen. Es wird Zeit gegeben, zum Wachsen und gegenseitige Rücksichtsnahme und Respekt voreinander werden gepflegt. Hier kann man verweilen und Angebote finden, die zum Lernen herausfordern und eine selbsttätige Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand fördern, wobei auch Umwege oder Fehler als Bestandteil des Lernprozesses angesehen werden.
Konkret:
Ausweitung des musischen Bereichs, tägliche Bewegungszeit
Differenzierungsmaßnahmen (auch in Klassenarbeiten), kein Parallelklassenzwang
Verlässliche und für alle verbindliche Regeln, die Halt und Sicherheit bieten
Austausch innerhalb des Kollegiums (verbal und materiell)
Wahlmöglichkeiten, um Interessen und Neigungen nachgehen zu können
Zeitdruck verringern
Für Erholungszeiten sorgen (Aufsichtszeiten)
Gemeinsame Aktivitäten
Supervision intern und extern
Förderung demokratischer und kommunikativer Strukturen

offene Türen und Fenster zum Rein- und Rausschauen

Öffnung bedeutet auch Schwellenängste zu akzeptieren und lernen, diese zu überschreiten. Es heißt auch, sich mit neuen Ideen und anderen Meinungen etc. auseinander zu setzen (Kritikfähigkeit). Offenheit bedeutet interne wie auch externe Transparenz. Das Ziel ist eine Erweiterung unseres Blickfeldes in alle Richtungen.

Türen innerhalb des Schulgebäudes:
Hospitationen, Durchlässigkeit zwischen Klassenstufen, Rahmenplan, Unterrichtsvorbereitungen gemeinsam erarbeiten, Patensysteme

Türen und Fenster nach außen und innen:
Stärkere Einbeziehung von Eltern, Großeltern und anderen Externen im Unterricht
außerschulische Lernorte, Theater/Kino
Zusammenarbeit mit Schulverbund, Konradsdorf, Sonderschule, Kindergarten, Vereine, Kinderschutzorganisationen, Jugendamt, Altenheime besuchen
Internet/Computernutzung
Fortbildung und Multiplikation
Öffentlichkeitsarbeit, Presse
Herkunftsländer der SchülerInnen einbeziehen

2.2 Öffnung der Schule

Grobziel
Die Schule soll eine Verbindung zwischen schulischem und außerschulischem Lernen schaffen. Die SchülerInnen sollen ihre Selbstständigkeit und Selbstbestimmung durch die Verknüpfung von außerschulischem und schulischem Lernen erweitern können.

Einführung in die Thematik
Alle für unsere Kinder außerhalb der Schule relevanten Institutionen in der Stadt Ortenberg sollen im Curriculum unserer Schule an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören ein wachsender gegenseitiger Austausch und die Einbindung in konkrete Unterrichtsprojekte. Umgekehrt soll die Schule für die Stadt ein wichtiger Ansprechpartner in kultureller und sozialer Hinsicht werden.
Um dies zu verwirklichen sind von allen LehrerInnen verstärkt Fortbildungsangebote zu nutzen und es muss eine stärkere Identifizierung mit dem Schulstandort erreicht werden.

2.3 Schulleben

Grobziel
Das Lebens- und Lernumfeld „Schule“ soll so gestaltet sein, dass unser Leitsatz gelebt werden kann.

Einführung in die Thematik
Unsere Schule nimmt die wachsende Vielfalt der Bedürfnisse unserer SchülerInnen auf und versucht ihnen gerecht zu werden.

Inhaltlich gehören dazu:
· Verlässliche Öffnungszeiten
· Bedürfnisse ausländischer und behinderter Kinder einbeziehen
· Verstärkte Förderung besonderer Talente und Begabungen

Kinder und LehrerInnen sollen sich dadurch stärker mit ihrer Schule identifizieren können und für Eigen- und Fremdbedürfnisse sensibilisiert werden.

2.4 Gestaltung des Schulhofs

Grobziel
Unser Schulhof soll so gestaltet sein, dass er ein Ort sozialer Erfahrungen und vielfältiger Bewegungsaktivitäten ist und auch funktionalen Bedürfnissen entspricht.

Einführung in die Thematik
Im Tagesablauf der Schule und im Leben der Schulkinder nehmen die Pausen einen wichtigen und hohen Stellenwert ein.
Unser Schul- und Pausengelände erstreckt sich von der Grundstücksmauer zur Volksbank über einen asphaltierten und zwei mit Verbundpflaster versehene flache Schulhöfe über das Rutschbahngelände am Grashang bis hin zu einem öffentlichen Weg vor dem eingezäunten Kindergartenspielplatz.
Der Ist-Zustand: In den Pausen verteilen sich etwa 300 Kinder auf dieses Gelände. Es wird viel herumgerannt.
Die Rutsche und drei niedrige Klettertische werden intensiv genutzt. Ebenso – aber unerlaubt – das buschige Hanggelände vor der Stadtmauer als einzige Versteckmöglichkeit. Es fehlen zum Klettern motivierende Geräte.
Klassenspielkisten mit Stelzen etc. sind nicht mehr komplett vorhanden. Es existieren zwei Korbballständer und eine Tischtennisplatte.

2.5 Kollegiale Zusammenarbeit

Grobziel
Die Zusammenarbeit soll intensiviert, gegenseitige Unterstützung ermöglicht und die Kommunikationsstruktur verbessert werden.

Einführung in die Thematik
Die Zusammenarbeit im Kollegium soll intensiviert werden, um einen effektiven Nutzen für den Unterricht und die Unterrichtsgestaltung, das Schulleben und die Öffnung der Schule zu erreichen. Wird die Zusammenarbeit kontinuierlich „gepflegt“, so können die KollegInnen untereinander z.B. von den natürlich vorhandenen unterschiedlichen Unterrichtsideen, -methoden, Fortbildungs- berichten etc. profitieren, wodurch der Unterricht für die SchülerInnen bereichert wird. Diese Zusammenarbeit besteht schon lange auf einer guten Basis, bedarf aber eines festgelegten Rahmens, damit sie noch produktiver genutzt werden kann.

Aus diesem Grunde wurde während der Arbeit an dem Schulprogramm bereits ein fester Termin für ein sog. „Koller-Treffen“ festgelegt, das jeweils mittwochs auf freiwilliger Basis stattfindet.

Um die Zusammenarbeit im Kollegium zu erleichtern, und Zeit für den Austausch zu finden, ist selbstverständlich eine Arbeitsentlastung einzelner bzw. eine gleichmäßigere Arbeitsverteilung notwendig. Einige Aufgaben können delegiert werden, andere müssen im Kollegium selbst gerechter verteilt werden. Dazu zählt auch, dass bei evtl. Beanspruchung einer KollegIn in einem besonderen Bereich (Planung des Sportfestes etc.) dafür eine andere KollegIn wiederum entlastet wird (z.B. bei Aufsichtszeiten).

Auf diese Art können die Fähigkeiten aller KollegInnen produktiv für den Unterricht genutzt werden.

2.6 Gestaltung des Unterrichts

Grobziel
Wir möchten die SchülerInnen in allen wesentlichen Kulturbereichen bilden und ihnen eine allseitige Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen. Hierbei legen wir Wert darauf, ihre aktuellen Lebensbedingungen einzubeziehen, ihr Selbst- und Umweltvertrauen zu erhalten, ihre Lebens- und Lernfreude, ihre Leistungs- und Lernbereitschaft zu unterstützen, ihren Willen zu weltbürgerlicher und sozialer Verantwortung zu stärken sowie sie zu befähigen, sich selbst lohnende Lebensziele zu setzen, sie zu verantworten und zu verwirklichen.
(vgl.: Rahmenplan Grundschule, Hessisches Kultusministerium, S. 8)
Die Formulierung unseres Grobziels haben wir fast wörtlich aus dem Rahmenplan entnommen, da wir alle unsere Zielvorstellungen dort wieder finden konnten.

Einführung in die Thematik
Bevor die Arbeit am Schulprogramm begann, bestand unser Kollegium aus vielen Einzelkämpfernaturen. Jeder unterrichtete nach bestem Wissen und Gewissen. Durch Diskussionen und gemeinsame Reflexionen am Schulprogramm wurde klar, dass unsere pädagogischen Ideale gar nicht so weit auseinander liegen. Als gemeinsame Nenner stellten sich bald folgende heraus:
Wir möchten
- verstärkt offene Unterrichtsformen praktizieren
- größtmögliche Differenzierung erreichen
- weg vom starren Fächerkanon zum Fächer übergreifenden Unterricht kommen
- der Bedeutung von Bewegung in der kindlichen Entwicklung Rechnung tragen
- und letztendlich durch diese Maßnahmen die Lust und Freude am Lernen erhalten

Unsere Intention war dabei nicht, die festgeschriebenen Unterrichtsinhalte des Rahmenplans neu zu beschreiben, sondern die oben aufgeführten Unterrichtsprinzipien mit Leben zu füllen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass viele KollegInnen sich auch neuen Unterrichtsformen öffnen können.

Erkläre mir und ich vergesse,
zeige mir und ich erinnere,
lass es mich tun und ich verstehe!
Konfuzius


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Maria-Sibylla-Merian Schule
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